Die 35. Busfahrt des Ortsverbandes Bohnsdorf führte am 17. Dezember 2016 erstmalig nicht in eine andere Stadt. Wir haben auf Wunsch unserer Mitglieder eine Stadtentwicklungsrundfahrt mit 45 Teilnehmern durch Berlin gemacht. Nicht jeder kommt in Berlin so weit herum, dass er sich annähernd einen Eindruck der gewaltigen Bauleistungen der letzten 25 Jahre vorstellen kann.

Begonnen haben wir im Entwicklungsgebiet Adlershof. Nicht nur die Wissenschafts- und Gewerbebauten faszinieren, am Rande des alten Flughafens ist in Johannisthal eine Einfamilienhaus-Siedlung mit hunderten Wohnungen entstanden. 16.000 Mitarbeiter in 1.100 Firmen im Wista-Bereich, 1.000 Beschäftigte am Medienstandort, 6.000 an der Humboldt Universität.
Weiter ging es über Oberschöneweide vorbei an der HTW und dann nach Karlshorst zur Siedlung Karlsgarten, ebenfalls mehrere 100 Einfamilienhäuser. Das nächste Stadtentwicklungsgebiet Alter Schlachthof an der Eldenaer Straße überrascht durch die völlig neue Bebauung. Dazu gehören auf der anderen Seite der Landsberger Straße die Radsport- und die Schwimmhalle. Entstanden als Bauten der Olympiabewerbung. Die Fahrt durch Prenzlauer Berg über Danziger- und Eberswalder Straße überraschte viele auch, da sieht es jetzt ganz anders aus.
Mauermuseum Bernauer Straße kannten viele auch noch nicht. Am Nordbahnhof sind riesige Bauten der DB AG in den letzten 20 Jahren entstanden. Großen Eindruck an der Chausseestraße machte der BND Komplex für rd. 700 Mio. €.
Ein neues Stadtentwicklungsgebiet ist die Heidestraße-Europacity. Da kann man schon erkennen, wie die Zukunft aussehen wird. Das einmalig perfekte Hochhaus der Netzagentur 50hertz sprengt den Rahmen bisheriger Vorstellungen. Schon Schinkel hat hier mit Lenné 1839 erste Zeichen gesetzt. Innerhalb von 15 Jahren soll hier ein Quartier entstehen, das für Forschung, Entwicklung, Wohnen und Leben neue Maßstäbe setzt.
Obwohl ihn fast alle bereits erlebt haben, hat der Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof), immerhin Europas größter Kreuzungsbahnhof, wieder einen großen Eindruck vermittelt. Nach einer wichtigen Pause ging die Fahrt weiter, vorbei am Kanzleramt, Bundestag in Richtung City West. Zwischendurch noch die Erläuterungen zu den riesigen Tunnelröhren die unter dem Platz der Republik liegen mit dem Hinweis, dass allein die DB AG in Berlin rd. 10 Milliarden € verbaut hat. Über die Klingelhöfer Straße vorbei an den Nordischen Botschaften, Adenauerstiftung, Adenauerhaus zum Zoo. Großbaustellen an der Umgebung Zoo. Luxushotel Waldorf Astoria, Upper West, das sanierte Bikini Haus und Zoo Palast. Nach einem Schwenk über Kantstraße, Kurfürstendamm, Tauentzienstraße ging es weiter in Richtung Potsdamer Straße, Potsdamer Platz (da standen 1990 nur zwei Häuser) über Leipziger Straße, Friedrichstraße, Französische Straße zum Schloss-Humboldtforum mit seiner schon gut erkennbaren neuen (alten) Fassade. Wir fuhren über Breitestraße, Petriplatz (Cöln), Mühlendammbrücke (hier ist Berlin entstanden) zur Stralauer Allee vorbei am Mercedeskomplex und der East Side Gallery zum Entwicklungsgebiet Rummelsburger Bucht auf die Halbinsel Stralau. Da wird noch gebaut, aber auf beiden Seiten des Rummelsburger Sees sind ca. 7.000 Wohnungen entstanden. Den Umsteigebahnhof Ostkreuz konnten wir aus der Ferne sehen. Eine gigantische Baustelle, die im Plan liegt, trotz kompliziertester Abhängigkeiten (700 Mio. €). Auch der Vorsorgetunnel für die A 100, 17. Bauabschnitt, ist zu 2/3 unter die Erde gebracht. Auf der Rückfahrt über die 96a durch Niederschöneweide links und rechts der Schnellerstraße die neu gebauten Einkaufszentren. Es war wirklich faszinierend alles im Zeitraffer zu erleben, was wir in den 90er Jahren alles auf den Weg gebracht haben. Aber die Stadt wird nie fertig. Noch haben wir wichtige Projekte der Infrastruktur umzusetzen. Aber da müssen wir alle miteinander dranbleiben.

„Bauen ist Leben der Nation - Wir schaffen das“.

Ihr Fritz Niedergesäß           

 

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