Am 18. März wird in Deutschland ein neuer Präsident gewählt. Genau 22 Jahre nach den ersten „Freien Wahlen“ in Ostdeutschland.

Ein gutes Datum. Joachim Gauck, der Kandidat von Union, SPD, B 90/ Grüne und FDP, hat vor 22 Jahren zum ersten Mal wie wir alle, an einer Wahl teilgenommen, an der es überhaupt etwas zu wählen gab. Freiheit, Verantwortung und Toleranz sind die wichtigsten Merkmale für die er steht. Und schon konnten Kritiker aus den linken Ecken die bemängeln, dass er nicht dauernd von sozialer Gerechtigkeit spricht. Ich denke immer, dass die Einforderung von Verantwortung selbstverständlich die soziale Gerechtigkeit einbezieht. Nach allen Turbulenzen der letzten 2 Jahre mit unserem Bundespräsidenten sollten wir hoffen können, dass wir mit Joachim Gauck einen Kandidaten haben, der das Amt mit Würde und Tatkraft ausgestalten wird. Ich bin jedenfalls davon überzeugt. Wundern werden sich einige schon. Der Mann hat den Nachweis von Standhaftigkeit bereits seit seiner frühesten Jugend erbracht, nachzulesen in seinen Erinnerungen „Winter im Sommer- Frühling im Herbst“.
Er hatte sicher auch einen der schwierigsten Posten nach der Einheitsfeier am 3. Oktober 1990 in Deutschland zu übernehmen. Als Präsident der Bundesbehörde für die Stasi- Unterlagen war sein gesamtes Betätigungsfeld vermint. Wer so einen Job mit erhobenem Haupt 10 Jahre ausführt und dabei nicht auf die Minen tritt, der hat seine Reifeprüfung für das höchste Staatsamt abgelegt.
Ich finde es auch gut, wenn er sagt, dass man unser Deutschland auch lieben kann. In seiner Rede vor der Evangelischen Akademie Tutzing im Januar 2011 sagt er:
“Ja, es gibt auch Mängel in unserer Demokratie und Marktwirtschaft. Wir wissen, dass dieses System nicht vollkommen ist und ständiger Verbesserung bedarf. Aber es ist ein lernfähiges System, das Vorbildcharakter hat……Sogar die Ostdeutschen und die linken Protestanten sind darauf gekommen, dass wir keinen neuen, dritten Weg ersinnen konnten. Auch wir Ostdeutschen haben, selbst wenn wir uns gerne eine eigene Verfassung gegeben hätten, im Prinzip auf die Werte und Inhalte des Grundgesetzes geschworen.“
Joachim Gack steht mit beiden Beinen fest auf der Erde. Er steht zur Sozialen Marktwirtschaft. Sozialistische Experimente wird es mit ihm nicht geben. Diese Epoche hat er mit uns gemeinsam (da meine ich die Ostdeutschen, die älter als 20 Jahre sind) hinter sich gebracht. Dass zwei Ostdeutsche Protestanten dann die höchsten Funktionen im Staat einnehmen, spricht für die Qualität dieses Landstriches.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühling
Ihr
 
Fritz Niedergesäß
Kreisvorsitzender
 
 
 
„Gleichgültigkeit ist kein anderer Name für Toleranz. Gleichgültigkeit ist vielmehr ein anderer Name für Verantwortungslosigkeit.“
Joachim Gauck

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