Die Kreisvorsitzende hat das Wort

Liebe Mitglieder,
mein fester Vorsatz für diesen Artikel war: "Ich schreibe nichts zur Flüchtlingsthematik". Aus ganz aktuellem Anlass wird nun aber daraus nichts. Gerade läuft eine angemeldete NPD-Demonstration vor der neuen Flüchtlingsunterkunft im Groß-Berliner Damm in Johannisthal. Zu Beginn kamen zirka 60 rechte Demonstranten zusammen. Die Zahlen schwanken erheblich, je nachdem wer über Twitter berichtet. Dagegen demonstrieren rund 800 Menschen, die Flagge zeigen wollen gegen den Braunen Mob und seine Ansichten. Das finde ich sehr gut, unter ihnen sind Bezirksbürgermeister Igel, die Bezirksstadträte Vogel, Hölmer und Grunst, der stv. BVV-Vorsteher Wolfgang Knack und viele andere Vertreter der demokratischen Parteien. Unter diesen 800 Gegendemonstranten sind aber auch über 200 Leute von der linksextremistischen Antifa. Per Twitter konnte man lesen, wie sie sich über das Handeln der Polizei und damit auch über unseren Rechtsstaat hinwegsetzen wollen. Kein Einzelfall. Das ist alles andere als akzeptabel und es konterkariert das Tun aller Menschen, die vor Ort sind und gerade dort für unseren Rechtsstaat einstehen. Für mich stellt sich die Frage: „Wie fühlen sich die Flüchtlinge in der Unterkunft, wenn davor fast 1000 Demonstranten stehen und zusätzlich 850 Polizisten für Recht und Ordnung sorgen müssen? Unter den Flüchtlingen sind Menschen und vor allem Kinder, die wirklich aus Kriegsgebieten kommen, Schlimmes erlebt haben und bestimmt nicht verstehen, was hier passiert. Ehrliche Willkommenskultur stelle ich mir anders vor.

Regelmäßig kommen Nachbarn in mein Bürgerbüro, die Sachspenden für die Flüchtlinge, insbesondere die Kinder abgeben. Die Unterstützungsbereitschaft reißt nicht ab. Wir haben keinen großen öffentlichkeitswirksamen Aufruf dazu gestartet. Die Menschen aus der Nachbarschaft  und der Kirchengemeinde kennen uns mittlerweile gut und bringen die Spenden, weil Sie Vertrauen haben und sicher sind, dass wir von der CDU für die Weiterleitung sorgen. Und genau das macht meine Mitarbeiterin Nicole Kirchner und berichtet den Spendern dann anschließend, was wie angenommen wurde und was aktuell gebraucht wird. Mittlerweile einmal pro Woche fährt sie verschiedene Flüchtlings-Unterkünfte im Bezirk an um die Spenden abzugeben. Sicherlich gibt es auch viele kritische Stimmen im Bürgerbüro aber ich bin immer wieder positiv überrascht, wie hilfsbereit die Menschen sind. Auch die, die selbst gerade so zurecht kommen. Das ist es, was unsere Gesellschaft ausmacht und dafür brauchen wir weder linke noch rechte krawallbereite Extremisten.

Herzliche Grüße
Ihre/Eure
Katrin Vogel
 

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