Wahlen

Ein Zwischenruf

Im März sind verschiedene Landtagswahlen, im September sind in Berlin Abgeordnetenhauswahlen und 2017 wäre die nächste Bundestagswahl. Das Wahlrecht ist eines der vornehmsten Bürgerrechte in unserer freiheitlichen Demokratie. Doch nur jeder Zweite macht davon Gebrauch. Trotzdem hat die Partei der Nichtwähler großen Einfluss. „Stell dir vor, es ist Wahl und keiner geht hin!“ Wenn dieses Motto vorherrscht, entscheiden im Ergebnis nur wenige über die Zusammensetzung der Parlamente und Regierungen. Wenn nur 50 % der Wähler von ihrem Recht Gebrauch machen, und eine Partei mit 40 % eine ausreichende Mehrheit erringt, dann hat im Ergebnis 1/5 der Wähler ausgereicht, um zu bestimmen, wer das Land regiert. 

Bei denen, die zur Wahl gehen, handelt es sich überwiegend um Stammwähler der Parteien. Wenn diese wegen der aktuellen Politik frustriert sind und nicht zur Wahl gehen und es zusätzlich eine Protestsammelpartei gibt, die viele Nichtwähler aktivieren kann, dann kann sehr schnell die Zusammensetzung der Parlamente „durcheinander“ kommen. Der Frust der Stammwähler legt sich am Wahlabend, wenn sie erkennen, dass es auch noch schlimmer kommen kann und die Protestsammelparteien zerlegen sich meist selbst nach kurzer Zeit. Aber sie bringen erst einmal alles durcheinander.
Um die Stammwähler zu überzeugen ist kontinuierliche Wahlkreisarbeit erforderlich. Wer erst im März mit dem Wahlkampf für September anfängt, kann eigentlich nicht erfolgreich sein. Auf der anderen Seite gibt es durchaus Strategien, sich in kürzester Zeit bekannt zu machen um die Wähler von sich zu überzeugen, ohne abgehoben zu wirken. Wenn die Bürger überzeugt sind: 1. Das ist einer von uns! 2. Der hat die richtige Einstellung! und 3. Der traut sich auch mal was!, dann ist das die beste Basis für ein gutes Ergebnis. Also muss ein Kandidat Bürgernähe demonstrieren, die richtigen Themen ansprechen und überzeugend wirken.
Was soll man als CDU-Kandidat in 2016 oder 2017 nun machen? Man muss sich zuerst um die Bürger kümmern. Deren brennendstes Thema ist die Flüchtlingskrise und die innere und äußere Sicherheit. Da kann doch ein CDU-Kandidat überzeugen (ohne als Söder- oder Seehoferkopie dazustehen)!
Dann braucht man natürlich ausreichend personelle und sachliche Mittel, aber vor allem viel Kreativität. Mit null-acht-fuffzehn-Wahlkampf nach Schema „F“ ist in den nächsten Jahren kein Blumentopf zu gewinnen.
Dr. Ulrich Zacharias
 

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