Eine sichere und bezahlbare Wohnung gehört in einem Sozialstaat zu den wichtigsten Elementen der Daseinsfürsorge. Berlin mit etwa 1,8 Millionen Wohnungen verfügt über ein breites Spektrum an Eigentümern. Da sind die städtischen Wohnungsbaugesellschaften mit etwa 300.000 WE wohl der größte Anteilseigner. Genossenschaften sind in Berlin gut verteilt und stellen eine positive Eigentumsform dar, die grundsätzlich den Ansprüchen der Mieter gerecht werden. Ein großer Teil der Wohnungen gehört verschiedenen Gesellschaften, die sehr unterschiedlich mit den Mietern umgehen. Dann haben wir noch einen bestimmten Anteil an Eigentumswohnungen, die von sicher verdienenden Bürgern als Vermögensanlage finanziert werden.

Der Mangel in diesem gesamten Spektrum ist der Umstand, dass es in Berlin zu wenig Mietereigentum gibt. Sicher haben viele Bürger ein eigenes Haus, das unter diese Kategorie fällt. Aber im Vergleich mit vielen EU-Ländern liegt Deutschland mit selbst genutztem Wohneigentum ganz unten in der Tabelle. Da fragt man sich, wie in einem so reichen Land wie Deutschland so etwas möglich ist. Schließlich ist Wohneigentum eine relativ sichere Vermögensanlage und auf einen Lebensabschnitt betrachtet eine wesentlich billigere Wohnungsversorgung im Vergleich mit dem lebenslang Miete zahlenden Bürger.

Das politisch links von der CDU stehende Parteienspektrum beklagt ständig, dass die Bürger zu gering an der Vermögensverteilung beteiligt sind. Kein Wunder, denn es wird alles unternommen, um Wohneigentum möglichst zu verhindern. Dann kann man ja die Bürger bei der nächsten Wahl nicht mit drohenden Mietsteigerungen der bösen Immobilienbesitzer verängstigen.

Die CDU verhält sich bei der Förderung des Eigentumswohnungsbaus für Mieter absolut zu passiv. In Sachsen läuft sehr erfolgreich ein Wohnungsbauprogramm für Mietereigentum. Da gibt es günstige Kredite für Familien, gestaffelt nach der Anzahl der Kinder. In rund 15 Jahren  ist man Eigentümer und damit frei von Krediten und Mietzahlungen. Dann stehen nur die Unterhaltskosten an, die jeder Hausbesitzer auch hat. Also mehr Mut zu einer Initiative für Mietereigentum bei der anstehenden Wahl.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer

Fritz Niedergesäß

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