Die Kreisvorsitzende hat das Wort

Liebe Mitglieder,
fast 6000 Unterstützer hat die online-Petition gegen das Lollapalooza-Festival im Treptower Park inzwischen, und es werden täglich mehr. Die Sanierung des Gartendenkmals Treptower Park für fast siebzehn Millionen Euro ist noch nicht einmal abgeschlossen, da gibt es Planungen des Bezirksbürgermeisters Igel und des Baustadtrates Hölmer, dort ein gigantisches Rockfestival stattfinden zu lassen. 

Am 10. und 11. September 2016 soll das Festival "Lollapalooza" pro Tag 70.000, also insgesamt 140.000 Besucher anlocken. Der Ticketverkauf läuft bereits, obwohl bisher noch keine Genehmigung erteilt ist. Aber das ist vermutlich reine Formsache und wird bis auf den letzten möglichen Moment hinausgezögert, um Rechtsmittel dagegen ins Leere laufen zu lassen.

Im Treptower Park befindet sich auch das Sowjetische Ehrenmal, ein Friedhof auf dem über 7.500 sowjetische Soldaten begraben sind, die bei der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus ums Leben kamen. Die Regierungen der ehemaligen Sowjetländer haben Protest gegen die unangemessene Störung der Totenruhe eingelegt, auch beim Regierenden Bürgermeister. Aber dieser Protest interessiert offensichtlich keinen, eben so wenig wie die Demonstrationen der Bürgerinitive vor Ort.

Die Bürger sind nicht gegen das Festival, sie sind gegen das Festival an diesem Standort. Am 10. und 11. September ist der "Tag des offenen Denkmals", leider dann nicht für das Gartendenkmal Treptower Park und für das sowjetische Ehrenmal.

Ursprünglich sollte das Rockfestival auf dem Tempelhofer Feld stattfinden. Aufgrund der Flüchtlingsunterbringung musste ein alternativer Standort gefunden werden. Von Seiten des Bezirkes hieß es immer, der Senat sei zuständig und hätte die Entscheidung getroffen. Aus der Antwort auf meine schriftliche Anfrage an den Senat wird aber deutlich, dass der Senat in diese Entscheidung nicht eingebunden war und auch, dass für den Bezirk keinerlei finanzielle Vorteile aus der Veranstaltung entstehen. Warum stimmt der Bezirk zu, dass ein frisch saniertes Gartendenkmal in zwei Tagen gefährdet, vermüllt und vermutlich zerstört wird, dass Anwohner, Tiere und Pflanzen beeinträchtigt werden und das alles dann auch noch für nichts? Bürgermeister Igel und Baustadtrat Hölmer haben es in der Hand, die Genehmigung für dieses Festival im Treptower Park zu versagen. Ich hoffe, dass sie die Verantwortung für unseren Bezirk wahrnehmen.

Herzliche Grüße
Ihre Katrin Vogel, MdA

p.s. meine schriftlichen Anfragen an den Senat finden Sie unter www.katrinvogel.de

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