Ludwig Erhard: „Wohlstand für Alle“

Als nach dem 2. Weltkrieg Hunger und Elend nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa an der Tagesordnung waren, hatten die Väter der „Sozialen Marktwirtschaft“ ihre große Chance. Ludwig Erhard stützte sich bei der Umsetzung der Wirtschaftsreformen unmittelbar nach dem Krieg bereits 1946 auf die Lehren der Wirtschaftswissenschaftler Müller-Armack, Röpke, Eucken u. a. und führte eine Form des Wirtschaftens ein, in der Freiheit, Wettbewerb und Wohlstand für alle Schichten der Bevölkerung die oberste Zielstellung war.

„Es ist und bleibt der letzte Zweck jeder Wirtschaft, die Menschen aus materieller Not und Enge zu befreien“ - so sein Leitspruch. Er war fest davon überzeugt, dass sich „eine Wirtschaftspolitik nur dann sozial nennen darf, wenn sie den wirtschaftlichen Fortschritt, die höhere Leistungsergiebigkeit und steigende Produktivität dem Verbraucher schlechthin zugutekommen lässt“. Alles andere wäre ja auch völlig sinnlos. Wer soll die Produkte kaufen, wenn nicht breite Schichten der Bevölkerung von der Produktivität in der Wirtschaft profitieren.

Zur Einführung der Kartellgesetze hat er gesagt, dass der Wettbewerb erhalten bleibt und geschützt wird. Somit war auch klar, dass die Verbraucher durch ihr Kaufverhalten einen direkten Einfluss auf die Preise haben.

Ein weiterer Glücksfall in Deutschland war der Aufbau freier Gewerkschaften. Die Vertreter der Branchengewerkschaften haben nun mit den Wirtschaftsverbänden die Bedingungen ausgehandelt, unter denen überhaupt gearbeitet werden darf. Nicht nur der Einfluss auf die Lohn- und damit Preispolitik wurde durch dieses System geregelt. Es waren vor allem auch die Arbeitsschutzvorschriften, die Arbeitszeit und die Rechte und Pflichten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Als Ludwig Erhard 1949 Wirtschaftsminister unter Adenauer wurde, hatte er eine nahezu gigantische Aufgabe zu lösen. Es gab ja noch jede Menge Firmen und Verbände die sich „Wirtschaft“ ganz anders vorgestellt hatten. Aber letztendlich hat er sich durchgesetzt und damit das Wirtschaftswunder in Deutschland in den 50er Jahren auf den Weg gebracht.

Freiheit, Eigenverantwortung, Subsidiarität und Wettbewerb waren die Worte, die er tapfer verteidigte. Soziale Sicherheit aus eigener Kraft zu schöpfen und den „Sozialromantikern“ auch ihre Grenzen aufzuzeigen war seine Überzeugung.

Noch einen wichtigen Grundsatz hat er formuliert: „Die Eigentumsbildung soll in Zukunft nachdrücklicher zu Gunsten der einkommensschwachen Bevölkerungskreise gefördert werden“. Und hier sind wir in der Gegenwart angekommen. Während alle Parteien links von uns ständig über „Daseinsvorsorge“ reden, und damit durchweg “Staatseigentum“ meinen, fordern wir „Eigentum für Jeden“. Dies gilt nicht nur für die Wohnung; Eigentum ist die Grundlage für gute Unternehmensentwicklung und auch vor allem für die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Stärkung des Bürgersinns. Ludwig Erhard konnte seine Überzeugung in einer ungleich schwereren Zeit nur deshalb durchsetzen, weil er einen Leitspruch hatte: „Wir schaffen das“.

Nehmen wir den Gedanken wieder ernst und kämpfen für unsere Überzeugung, dass Wettbewerb und Leistung Sicherheit und Wohlstand schafft. Mit diesem Schwung wollen wir die nächsten Tage bis zur Wahl auf die Straße gehen. Greifen Sie alle ein in den Wahlkampf, jeder nach seinen Möglichkeiten dann „Schaffen wir das“.

Ihr Fritz Niedergesäß   

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