Berlin hat gewählt, Mecklenburg-Vorpommern auch. Die Wahlbeteiligung ist gestiegen, eigentlich erfreulich. Aber richtig profitiert hat nur die AfD. „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen“ hat Roman Herzog mal gesagt. So war das aber nicht gemeint!

Nun werden Strategien im Umgang mit der AfD gesucht. Denn 2017 sind Bundestagswahlen. Ein Rechtsruck durch eine rechtspopulistische Partei? Wir sind doch nicht in Frankreich oder Holland oder Österreich! Okay, die Franzosen haben wohl ein Migrantenproblem, die Holländer haben Multikulti auch schon überreizt und die Österreicher brauchen vielleicht keinen richtigen Grund. Aber die Deutschen, ausgerechnet die, denen es am allerbesten geht? Doch was nützt einem der materielle Wohlstand, wenn man von diffusen Sorgen und Ängsten geplagt wird. Und die werden uns ja eingeredet. Von Claudia Roth und allen anderen, die tagtäglich und auf allen Kanälen von den berechtigten Sorgen und Ängsten der Bürger blubbern, die sie ernst nehmen wollen. Und so sind wir ein ängstlich Volk geworden, das nach einer starken Hand sucht. Ein hervorragender Nährboden für eine Partei, die Ängste, Sorgen und Protest der Bürger zu bündeln versteht. Weichspülargumente nützen dann im Wahlkampf wenig.

Nun hatten wir schon viele Protestparteien, die sich irgendwann selbst zerlegten, sogar bei der Lucke-AfD war das so! Aber diesmal wird es anders sein. Das riesige Thema Flüchtlinge wird uns noch lange erhalten bleiben. Und wenn irgendwann hunderttausende Nordafrikaner über unsere Grenzen stürmen, wird die AfD die absolute Mehrheit als realistisches Wahlziel propagieren.

Also was nun? Was tun? Vielleicht einfach mal ehrlich sein. Natürlich wurden viele Fehler gemacht. Mit dem humanitären Imperativ kann man nicht 12 Monate Fehlentwicklung zukleistern. Wohnbau, Sprach- und Kulturvermittlung, Zugang zum Arbeitsmarkt, schnelle Asylverfahren, konsequente Abschiebung, ... alles Fehlanzeige bis hin zum Totalausfall von Politik und Verwaltung. Wir wissen ja nicht einmal, wen und wie viele wir ins Land gelassen haben. Das muss man zugeben und umgehend ändern. „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!“ Und damit sind nicht die ehrenamtlichen Helfer gemeint, denn die haben eine Willkommenskultur geschaffen, auf die wir noch lange stolz sein können. Und so lange gilt wahrscheinlich: Augen zu und durch!

Dr. Ulrich Zacharias

 

Inhaltsverzeichnis
Nach oben