Es kann uns nicht trösten, dass die SPD auf Landesebene mit -6,8% noch mehr eingebüßt hat als die CDU mit -5,7%. Auch im Bezirk sind es für die SPD -8,5% und für die CDU „nur“ -3,3% bei den Abgeordnetenhauswahlen. Sicher ist der Hauptgrund für das schlechte Abschneiden der beiden ehemals großen Volksparteien die Flüchtlingswelle und der daraus resultierende starke Auftrieb der AfD. Aber wir sollten die Gründe für unsere bescheidenen Ergebnisse nicht immer nur bei den anderen suchen. 

Im Vergleich mit den anderen Bezirken aus dem Ostteil der Stadt sehen wir bei den Veränderungen der Ergebnisse nicht gerade gut aus. Haben wir bei den Abgeordnetenhauswahlen -3,06% verloren, sind es bei Marzahn-Hellersdorf nur -0,2%, bei Lichtenberg nur -0,3% und Pankow -1,2%. Bei den BVV Wahlen haben wir -2,8%, Marzahn-Hellersdorf -0,1%, Lichtenberg hat sogar +0,6% und Pankow -1,1% als Ergebnis. Soll sich jeder einmal selbst überlegen, wie er die Ergebnisse einschätzt.

Das starke Abschneiden der AfD hat mich tief betroffen gemacht. Dass die auch noch den Wahlkreis 3 direkt gewonnen haben, stellt alles auf den Kopf. Schließlich sind wir sowohl beim Abgeordnetenhaus als auch bei der BVV nur auf Platz 4 gelandet.

Zieht man die Wahlbeteiligung von 68,2% in die Rechnung ein, dann haben uns von der wahlberechtigten Bevölkerung rund 10% gewählt. Damit kann die Volkspartei CDU nicht leben.

Wir haben grundsätzlich darüber nachzudenken, wie wir unsere Arbeit am Volk in Zukunft neu organisieren. Der Mitgliederschwund unseres Kreisverbandes ist nur ein Signal, aber auch Ausdruck unserer Fähigkeit, Menschen für die CDU zu begeistern.

Ich habe die Hoffnung, dass unsere stark verjüngte CDU-Fraktion in der BVV auch die Jugend in unserem Bezirk mehr für uns anziehen wird. Es ist jetzt umso wichtiger, die Grundsätze, die die Gründungsväter und Frauen nach dem Krieg für die CDU formuliert haben, dem Volk näher zu bringen.

Es macht wenig Sinn, die Schuld ständig „da oben“ zu suchen. Nehmen wir Kontakt auf zu unseren unmittelbaren Nachbarn.

Mario Czaja hat mit seinen 47,2% in Marzahn-Hellersdorf das beste Ergebnis für das Direktmandat in ganz Berlin erreicht. Winfried Nünthel hat mit dem Zuwachs von +0,6% für die BVV in Lichtenberg ebenfalls bewiesen, dass da noch etwas geht.

Vielleicht schreckt uns die „kalte Dusche“ zu neuen Kraftanstrengungen auf.

Ich bin davon überzeugt, dass wir in diesem wunderbaren Bezirk Treptow-Köpenick weiter nach vorn kommen können. Aber ohne Fleiß kein Preis hatten schon unsere Großeltern auf den Bildern stehen.

Mit freundlichen Grüßen
Fritz Niedergesäß  

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