20 Jahre freie Wahlen

Es ist kaum zu glauben, aber es ist tatsächlich 20 Jahre her, dass die Bürger auf dem Gebiet der DDR erstmals am 18. März 1990 frei über ihre Zukunft entscheiden konnten

Nachdem die Mauer am 9. November von Osten her eingerissen wurde, gab es kein Halten mehr. Die Machthaber der Diktatur des Proletariats, das Politbüro der SED mit seinen Strukturen über die Bezirks- und Kreisleitungen und das Ministerium für Staatssicherheit haben ohne Widerstand alles fallen gelassen, was sie 40 Jahre mit allen, teilweise sehr üblen, Mitteln und Methoden verteidigt haben. Ein System hat sich selbst aufgefressen

Sicherlich war der überwiegenden Masse der Menschen der DDR bewusst, dass es so nicht mehr lange weitergehen konnte. Zumindest diejenigen, die in der Produktion standen, haben gewusst, dass mit der „Sozialistischen Planwirtschaft“ keine Zukunft zu gewinnen ist. Es fehlte an allen Enden. Seit dem großen Energieknick 1982 nahm die Sicherung der Produktion teilweise bizarre Formen an. Im Bauwesen standen eine Woche pro Monat die Baumaschinen und Fahrzeuge still, weil es weder Diesel noch Benzin gab. Die Kombinate waren zu „Konsumgüterproduktion“ verpflichtet, weil man die letzten leistungsfähigen Betriebe der Privatwirtschaft 1972 auch noch zu VEB gemacht hatte. Die Arbeitsproduktivität lag 1989 in der DDR bei 10- 30 % der Arbeitsproduktivität in Westdeutschland. Die großen Industriebetriebe waren ausgepowert und hatten den Anschluss an die Weltspitze schon in den 50er Jahren verloren. Nicht die Treuhand nach 1989 (übrigens noch von Modrow eingesetzt) hat die Industrie der DDR ruiniert, wie die vereinten Linken behaupten, auch nicht die Einführung der D- Mark durch Helmut Kohl, das war ausschließlich die Unfähigkeit der sozialistischen Planwirtschaft, die durch den Machtapparat der SED durchgesetzt wurde. Es ist auch eine Lüge der Linken dass es in der DDR keine Arbeitslosigkeit gab. Durch die Misswirtschaft in der Materialversorgung und der sinnlosen Produktion von Gütern, die keine Abnehmer mehr fanden, kann man von einer verdeckten Arbeitslosigkeit von 20- 30 % ausgehen.
Mit den ersten freien Wahlen am 18. März 1990 hat das Volk der DDR ein klares Zeugnis ausgestellt.
Die SED- PDS erhielt 16, 4 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von ca. 94 %. Von den einstmals 2, 3 Mio Genossen haben die SED- PDS in etwa 6 Monaten 2 Mio die Partei verlassen. Auch eine klare Ansage.
Die weiteren Wahlergebnisse: CDU 40, 8 %
      SPD 21, 9 %
      DSU   6, 3 %
      BFD    5, 3 %
      DA      0, 9 %
Sonstige 24, 8 %
Die Allianz für Deutschland aus CDU, DSU, DA hatte also 48 % der Stimmen erhalten. Mit dem Bund freier Demokraten und der SPD, zusammen 75, 2 %, wurde die Regierung gebildet.
Lothar de Maiziere wurde Ministerpräsident. Damit waren die Weichen für eine schnelle Vereinigung Deutschlands gestellt. Der nächste Höhepunkt war die Wirtschafts- Währungs- und Sozialunion, die am 1. Juli 1990 den DDR Bürgern die harte DM brachte. Nun gibt es tatsächlich Leute die behaupten, dass die schnelle Einführung der DM den Osten platt gemacht hat. Dem kann nur entgegengehalten werden, der Osten war bereits platt. Oder wären vielleicht in den Botschaften in Prag, Budapest und Warschau die jungen Familien mit ihren Kindern über die Zäune geklettert, wenn es in der DDR eine Zukunft gegeben hätte?
Ich möchte mich bei allen Mitgliedern und Freunden der CDU bedanken, die 20 Jahre lang für die Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft eingetreten sind und sie oft durch aktive Teilnahme mitgestaltet haben. Den ewigen Kritikern möchte ich die Frage stellen, ob sie sich vorstellen können, wie es auf dem Gebiet der DDR heute 2010 gehen würde, wenn wir die Einheit Deutschlands nicht zustande gebracht hätten.
 
Ich wünsch Ihnen „Frohe Ostern“ und alles Gute
 
Fritz Niedergesäß
Kreisvorsitzender 
 

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