Geld für alle Bürger

Jeder bekommt Geld vom Staat, ob er arbeitet oder nicht. Diese Idee ist gar nicht so abwegig. Derzeit zahlen 37 Stellen 155 verschiedene Sozialleistungen aus.

Die Idee klingt utopisch, aber sie findet immer mehr Anhänger - auch ganz prominente: ein "bedingungsloses Grundeinkommen", das jeder erhält - unabhängig davon, wie viel er verdient und ob er überhaupt arbeitet. Das klingt im ersten Moment unbezahlbar. Der Ökonom Thomas Straubhaar sieht das anders. Er ist Chef des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts (HWWI) und hat in der vergangenen Woche ein Gutachten vorgestellt, in dem er das Grundeinkommen durchrechnet. Sein Ergebnis: Es ließe sich schon finanzieren, wenn der Staat sämtliche anderen Sozialausgaben dafür umwidmet. Das reicht für 600 Euro im Monat, von denen 200 Euro für die Krankenversicherung abgehen.

Die Idee findet eine seltsam breite Schar an Unterstützern; von Sozialisten bis Liberalen sind Menschen aus allen politischen Lagern von der Idee angetan. Mal ist in ihren Vorschlägen das Grundeinkommen höher, mal bekommen Kinder weniger als Erwachsene - die Grundidee aber ist immer dieselbe. Das ist kein Wunder, das Grundeinkommen erfüllt nämlich die Träume ganz unterschiedlicher politischer Richtungen.

... Und so basteln die ersten Parteien an Konzepten. In der CDU fordert der Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus die Einführung eines Grundeinkommens, bei ihm heißt das "solidarisches Bürgergeld" - erreicht hat er bisher immerhin, dass die CDU das Thema in einer Kommission berät. ...

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