CDU, Grüne und FDP haben die Mehrheit

Berlin-Trend von Morgenpost und RBB-Abendschau: Zwei Drittel der Links-Wähler mit Senat unzufrieden

Die rot-rote Koalition hat im Mai ihre Mehrheit in der Berliner Wählerschaft eingebüßt. Die SPD verliert im Berlin Trend zwei Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat und liegt noch bei 30 Prozent. Der Juniorpartner Linke.PDS liegt unverändert bei 15 Prozent. Mit zusammen 45 Prozent könnten die Bündnispartner derzeit nicht damit rechnen, einen gemeinsamen Senat bilden zu können. Für die SPD bedeuten die 30 Prozent das niedrigste Umfrageergebnis im Berlin-Trend seit fast zwei Jahren.
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Für den Berlin-Trend befragte Infratest dimap im Auftrag der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau vom 1. bis zum 4. Juni 1000 wahlberechtigte Berliner per Telefon.

Während die SPD verloren hat, konnte die CDU um zwei Punkte auf 23 Prozent zulegen. Das erscheint zwar für eine Volkspartei wie ein immer noch bescheidener Wert, ist aber das höchste Umfrageergebnis der Berliner Christdemokraten seit fast zwei Jahren.

CDU schwach bei Jungen
Die Umfrage zeigt aber auch, dass die Union ihre Schwäche bei jungen Hauptstädtern und im Ostteil Berlins noch nicht überwunden hat. In den Altersgruppen der 18- bis 24-jährigen und der 25- bis 34-jährigen findet die CDU elf beziehungsweise zwölf Prozent Zustimmung und liegt damit weit hinter SPD und Grünen zurück. Im Ostteil würden ganze 14 Prozent für die CDU stimmen.

Nach den Verlusten der SPD und den Gewinnen der CDU zeichnen sich einige andere Konstellationen für eine Koalition ab. Weil auch die Grünen einen Punkt auf 17 Prozent zugelegt haben und die FDP einen Punkt auf sieben Prozent verloren hat, käme eine zuletzt viel diskutierte Jamaika-Koalition durch den Zugewinn der CDU auf zwei Punkte mehr als im Mai und könnte 47 Prozent auf sich vereinen. Ebenso stark wäre aber auch ein rot-grünes Bündnis. Und eine ebenfalls nicht auszuschließende Ampel-Lösung aus SPD, FDP und Grünen wäre neben einer eher unwahrscheinlichen SPD/CDU-Koalition das einzige Farbenspiel, das mit 54 Prozent eine deutliche Mehrheit in einem neuen Abgeordnetenhaus hätte.

Dass die Überlegungen über Alternativen zu Rot-Rot nicht völlig ohne Hintergrund sind, belegen andere Daten aus dem Berlin Trend. Denn nach wie vor ist nicht einmal jeder dritte Berliner mit der Arbeit des Senats insgesamt zufrieden. Seit Infratest vor vier Monaten danach fragte, hat Klaus Wowereits Regierungsmannschaft die Zufriedenheit der Bürger nicht von diesem niedrigen Niveau heben können.

Linke-Wähler unzufrieden
Ein echtes Problem für Rot-Rot ist dabei die Haltung der Linken-Wähler. Während SPD-Anhänger mehrheitlich die Arbeit des Senats positiv bewerten, sind 69 Prozent der Linke.PDS-Sympathisanten mit der eigenen Regierung unzufrieden. Dieser Wert ähnelt der negativen Einschätzung, welche die Landesregierung in der Anhängerschaft von CDU, FDP und Grünen genießt.

Die Meinung der Befragten ist jedoch auch paradox. Zwar bewertet eine breite Mehrheit den Senat insgesamt negativ. Aber die einzelnen Koalitionspolitiker kommen eher positiv weg. Allen voran Klaus Wowereit. Mit dessen Arbeit sind trotz leichter Verluste zum Vormonat (minus 1) immer noch 53 Prozent der Berliner zufrieden. 43 Prozent (plus 2) äußerten sich im Juni unzufrieden. Seine wichtigsten Senatoren konnten Sympathie gewinnen. Innensenator Ehrhart Körting und Finanzsenator Thilo Sarrazin werden deutlich positiver bewertet als vor Monatsfrist. Das mag bei dem einen am erfolgreichen Management des 1. Mai liegen und beim anderen an der verbesserten Haushaltslage sowie dem souverän geführten Verkaufsverfahren für die Berliner Sparkasse.

Oppositionsführer Friedbert Pflüger liegt zwar weiterhin deutlich hinter Klaus Wowereit zurück, hat aber seine Position stabilisieren können. Mit 24 Prozent zeigten sich mehr Bürger zufrieden mit ihm als zuletzt (plus 3). Im April hatte der CDU-Fraktionschef noch bei 19 Prozent gelegen. Vor allem im eigenen Lager hat Pflüger Zustimmung geweckt. Waren den letzten Monaten nur rund die Hälfte der CDU-Wähler zufrieden mit ihrem Frontmann, ist dieser Wert im Juni auf deutlich über 60 Prozent gestiegen.

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