Zur Verkündung von BER-Flugrouten durch die DFS am 4. Juli 2011

Der CDU Ortsverband Bohnsdorf ist in Sorge darüber, wie das Vertrauen der Bürger in das, was Recht und Gesetz bedeuten sollen, von den Verantwortlichen für die Findung der Flugrouten verspielt wird. Auch wir glauben, dass es extrem schwierig ist, an diesem Standort die Lärmbetroffenheit auch nur einigermaßen niedrig zu halten. Umso wichtiger wäre es, sich an Regeln, Beschlüsse und Gesetze zu halten.

Es ist empörend, dass auf der Pressekonferenz nach der FLK-Sitzung am 4. Juli die Verantwortung für  die nunmehr den gesamten Südosten Berlins verlärmenden Flugrouten von der DFS auf die Fluglärmkommission verschoben wurde. Beschlüsse derselben Fluglärmkommission, in Schönefeld kein Drehkreuz entstehen zu lassen und Flugrouten zu finden sind, die die geringste Gesamtlärmbelastung aufweisen, wurden dagegen ignoriert.  Wir verlangen, dass die DFS ihre  gesetzliche Pflicht, neben der Gewährleistung der Sicherheit des Flugverkehrs, die Lärmbelastung der Bevölkerung niedrig zu halten, nachkommt. Wirtschaftlichkeit ist kein vorgeschriebener Abwägungsaspekt und Lärmschutz vor Wirtschaftlichkeit wurde immer wieder zugesagt. Tatsächlich wurden aber Flugrouten präsentiert, die den wirtschaftlichen, unabhängigen Parallelabflug auf Kosten des Lärmschutzes sicherstellen. Flugrouten, die nur im abhängigen Betrieb geflogen werden können, wurden erst gar nicht geprüft. Es wurde nicht einmal der Versuch unternommen, Doppelbelastungen durch An- und Abflüge zu vermeiden. Zynisch ist nur, dass geäußert wurde, Blankenfelde liegt einfach falsch. Das trifft nach dieser Anschauung der DFS wahrscheinlich auch auf Bohnsdorf, Müggelheim, Friedrichshagen, die Sport- und Erholungsgebiete an der Regattastrecke am Langen See und wohl auch für den Müggelsee zu. Nicht der Flughafen ist das Problem, die Bürger sind es. Der nicht einmal korrigierte Versprecher auf der Pressekonferenz , dass es das Ziel der Planung ist, so wenig wie möglich Bürger mit so wenig wie möglich Lärm zu belasten, war dann wohl doch ernst gemeint. Wir fordern die Landespolitiker von Berlin und die Behörden auf, den verbrieften Vertrauensschutz  der Bürger in die Gültigkeit des Rechts auf Lärmschutz  einzulösen.  Die Bürger im Südosten Berlins haben auch nach 60 Jahren des Ertragen Müssens eines Flughafens, der ohne rechtsstaatliches Verfahren in ihre Wohnumgebung hinein gebaut wurde, ein Anrecht darauf, dass sie endlich entlastet werden. Wir fordern deshalb die DFS auf, dem Beschluss der Fluglärmkommission nachzukommen, jegliche Flugroute, unabhängig vom Flugregime, zu prüfen und eine Südabkurvung vor Bohnsdorf von der Nordbahn zum Schutz von Bohnsdorf und dem gesamten Südosten Berlins festzusetzen. Der  CDU-Ortsverband Bohnsdorf sieht sich durch die erneute Ignoranz des Lärmschutzes in der  im Wahlprogramm der CDU von Treptow-Köpenick festgeschriebenen Forderung nach einem generellen Nachtflugverbot von 22-6Uhr bestätigt und bestärkt  und wird sich weiterhin konsequent für dieses Ziel einsetzen.

Prof. Dr. Ulrich Geske, stellv. Ortsvorsitzender

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