Wir trauern um den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Horst Gibtner

Am 2. April 2006 verstarb nach langer schwerer Krankheit im Alter von nur 65 Jahren der in Berlin-Johannisthal beheimatete ehemalige Bundestagsabgeordnete und Verkehrsminister a.D. Horst Gibtner an einem Krebsleiden.
Die CDU-Fraktion und der CDU-Kreisverband Treptow-Köpenick trauert um einen engagierten Politiker, der den Umbruch in der DDR als Mitglied der frei gewählten Volkskammer und als Verkehrsminister im Kabinett von Lothar de Maizière aktiv mitgestaltete und von 1990 bis 1995 als Mitglied des Deutschen Bundestages an der Verwirklichung der inneren Einheit Deutschlands mitwirkte.
In den Folgejahren war er in der Konzernleitung der Deutschen Bahn mit dem Projekt der Modernisierung des Schienennetzes in den neuen Bundesländern befaßt.

Horst Gibtner, am 23. August 1940 in Hirschberg / Sudetenland geboren, war nach Abschluß seines Studiums als Diplomingenieur im Verkehrswesen ab 1964 bei der Eisenbahn, als Mitarbeiter in Entwicklungsabteilungen der Deutschen Reichsbahn und im Ministerium für Verkehrswesen tätig. 1971 wurde er Mitglied der CDU in Treptow, als deren Stadtbezirksverordneter und Kreisvorsitzender (1981-90) er 1989/90 den Prozeß der Wende in der DDR aktiv begleitete.
Er gehörte zu jenen in der Ost-CDU, die in ihrer damaligen Rolle als DDR-Blockpartei frühzeitig den 1989 von Intellektuellen verfaßten "Brief aus Weimar" unterstützten, dabei den Rücktritt von Gerald Götting als Ost-CDU-Vorsitzenden einforderten und für einen Neuanfang mit dem Treptower Lothar de Maizière eintraten. Als Treptower Kreisvorsitzender der CDU nahm er als erster Kreisverband der Ost-CDU Kontakte zum West-Berliner Kreisverband Neukölln auf.

Nach den letzten freien Wahlen zur Volkskammer wurde Gibtner im April 1990 im Kabinett de Maizière letzter Verkehrsminister der DDR. Nach der Deutschen Einheit zog er für die CDU/CSU-Fraktion in den 12. Deutschen Bundestag (1990-95) ein und engagierte sich unter anderem als Treptower Abgeordneter bei der Gesetzgebung zur Bahnreform.
Ab Ende 1994 war er als Bereichsleiter der Bahnbaugesellschaft mit der Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik, Telekommunikation und elektrotechnischen Anlagen betraut. Dieser Aufgabe widmete er sich bis Oktober 2000. Vom Vorstand der Deutschen Bahn AG wurde er 1997 zum Konzernbevollmächtigten für das Land Mecklenburg-Vorpommern berufen. Zum 1. September 2005 trat er in den Ruhestand ein.
Er hinterläßt eine Frau und zwei Söhne.
Am 10. April fand er seine letzte Ruhestätte auf dem Waldfriedhof Berlin-Oberschöneweide.
Er wird uns unvergessen bleiben!

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